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Asphalteinlage
Artikelveröffentlichung in der BauPortal September 2012

Verbundstoff verhindert den Rissdurchschlag aus den Fugen
einer Betonfahrbahn in die neue Asphaltüberbauung
 

Nicht nur auf deutschen Autobahnen, wo immer mehr die sogenannten AKR-Schäden (Alkali-Kieselsäure-Reaktion) auftreten, wird nach sinnvollen und kostensparenden Sanierungsvarianten gesucht. Auch in innerstädtischen Bereichen gehen Anwohner auf die Barrikaden, weil sie die Lärmbelästigung bei der Überfahrt von Betonplattenfahrbahnen, ob durch Schwerlastverkehr oder den ganz normalen Berufsverkehr, nicht mehr ertragen können. Sehr häufig werden die vorhandenen von der Substanz her intakten Fahrbahnen mit Deckschichten aus Asphalt überbaut. Das Problem tritt jedoch nach ca. 1 - 2 Jahren erneut in den Vordergrund:

Risse aus der vorhandenen Betonfahrbahn schlagen in die Asphaltschichten durch.

Asphalteinlagen der HUESKER Synthetic GmbH aus Gescher, die seit Jahrzehnten in diesen Anwendungsbereichen eingesetzt werden, versprechen Hilfe. Das wurde auf der Baustelle "Mühlenstraße in Bardowick" beim Einbau einer Asphalteinlage mit bewehrender und abdichtender Funktion zur Sanierung einer innerörtlichen Betonfahrbahn dokumentiert.

Ausgangssituation

Der Flecken Bardowick beauftragte das Ingenieurbüro Rauchenberger aus Dannenberg mit der Planung zum Ausbau der Mühlenstraße zwischen "Hinter der Schmiede" und "Hamburger Landstraße". In der Ursprungsplanung war zunächst ein grundhafter Neuausbau in Asphaltbauweise vorgesehen. Nach Ermittlung der anfallenden Kosten wurde jedoch von dieser Bauvariante Abstand genommen, da sie auch bautechnisch sehr anspruchsvoll ist.
Als Alternative wurden dann zwei Varianten, zum einen eine SAMI-Schicht mit einer Asphaltüberbauung von 3 cm Dicke, zum anderen ein Bauverfahren mit dem Einbau einer Asphalteinlage und darauf eine Asphaltdeckschicht von 4 cm Dicke, gegenübergestellt. Ein Vorteil dieser Variante ist, dass bei beiden Lösungen keine Anliegerbeteiligung erforderlich ist. Ein weiterer technischer Nutzen ist, dass die noch sehr gute Substanz der Betonfahrbahn erhalten werden kann und es somit zu einer deutlichen Einsparung von Ressourcen kommt.

Die Betonfahrbahn in der Mühlenstraße im Flecken Bardowick befand sich insgesamt in einem sehr guten Zustand. Die Substanz der Fahrbahn war in großen Bereichen intakt, so dass eine Sanierung mit einer Asphalteinlage vorgesehen werden konnte (Abb. 1). Die Betonplatten lagen eben und hatten eine hohe Lagestabilität. Es waren nur in Teilbereichen Verformungen erkennbar, die vermutlich aufgrund nachträglich durchgeführten Arbeiten an Versorgungsleitungen auftraten (Abb. 2).
Die Flickstellen an Plattenkreuzen sind vermutlich ausgeführt worden, weil durch "undichte Fugen" Oberflächenwasser in den Untergrund eingedrungen ist, dadurch die Tragfähigkeit punktuell herabgesetzt wurde und es somit zu Abbrüchen an den Plattenecken kam (Abb. 3).
Es waren bereichsweise Ausmagerungen in der Betonfläche zu erkennen. Diese schienen witterungsbedingt und dem Alter des Betons geschuldet zu sein. Teilweise wurden Fugen vergossen und an Schadstellen eine Verfüllung mit Asphalt durchgeführt.

Zustand der Betonfahrbahn


Abb. 1: Ebenflächig liegende Betonplatten, keine Verformungen


Abb. 2: Vergossene Fugen, teilweise Verformungen bei Leitungsquerungen

Abb. 3: Vergossene Fugen, Ausbrüche an Plattenkreuz

Sanierungskonzept

Aufgrund des vorhandenen Zustands der Fahrbahn und den relativ geringfügigen Schäden stand bei der Sanierung der Mühlenstraße im Vordergrund, das Durchschlagen der Risse in den neuen Hocheinbau zu verhindern bzw. langfristig zu verzögern. Zusätzlich war eine Abdichtung vorzusehen, um bei später auftretenden Rissen das Eindringen von Oberflächenwasser durch die Fugen in den ungebundenen Oberbau auszuschließen. Genau diese Eigenschaften vereint das Produkt SamiGrid® der Firma HUESKER, mit dem die Rissbildung aus den Betonfugen in den neuen Asphaltoberbau langfristig verhindert und somit die Gebrauchstauglichkeit der neuen Asphaltschicht deutlich verlängert wird.

Nachdem sich die Verwaltungsbehörde über ein bereits vor einigen Jahren in ähnlicher Bauweise erfolgreich durchgeführtes Autobahnprojekt informiert hatte, wurde die Asphalteinlage vom Planungsbüro ausgeschrieben. Das Produkt SamiGrid®, das sowohl eine bewehrende als auch eine abdichtende Funktion besitzt, wurde durch einen zertifizierten Verleger, AS Asphaltstraßensanierung GmbH, entsprechend der Verlegerichtlinien des Herstellers im Sommer 2011 fachgerecht verlegt. Neben der Wirkungsweise der Asphalteinlage ist die richtige Bitumenemulsion in Art und Menge entscheidend für die Wirksamkeit des Gesamtsystems. Nur wenn alle Komponenten des Systems entsprechend der örtlichen Randbedingungen und der vorhandenen Produkteigenschaften eingehalten werden, wird die Wirkungsweise gewährleistet.


 Abb. 4: Straßenaufbau

 

Arbeitsschritte zum Einbau der Asphalteinlage


Abb. 5: Um eine ebenflächige Unterlage zu erhalten, die Grundstückszufahrten
nicht anzuheben und die erforderliche Einbaudicke zu gewährleisten,
wurde die Fahrbahn zunächst 4 cm gefräst


Abb. 6: Die Fugen wurden mit Druckluft gereinigt, um einen möglichst hohen Verbund in den Fugenflanken zu erreichen



Abb. 7: Nach Aufbringen des Primers wurden die Fugen mit einer polymervergüteten Vergussmasse gemäß
TL Fug-StB 01 vergossen
 

Abb. 8: Nach Reinigung der Fahrbahn wurde mit einem Rampenspritzgerät die Bitumenemulsion aufgebracht


Abb. 9: In die frische bzw. teilgebrochene Emulsion wurde dann die Asphalteinlage SamiGrid® der HUESKER GmbH entsprechend der Verlegeanleitung eingebaut

Abb. 10: Die seit vielen Jahren von der HUESKER GmbH praktizierte Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachverlegern garantiert den größtmöglichen Erfolg dieses Bauverfahrens...
 

Abb. 11:  ...so das der Einbau der Asphaltschichten oberhalt einer Asphalteinlage überhaupt kein Problem darstellt

 
Abb. 12 und 13: Zustand nach einem Jahr Liegezeit


 

 

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